DIE VERWANDLUNG VON MEER- IN TRINKWASSER!

Das Meer lehrt, dass es möglich ist zu verdursten, obwohl man sich vor Wasser nicht retten kann (Matthias Pleye)

Unsere Gedanken kehren immer wieder zum gleichen Ausgangspunkt zurück: wir sollten sie haben, aber sie ist zu teuer. So oder so ähnlich haben wahrscheinlich schon viele Blauwassersegler Vor- und Nachteile ab gewägt, verworfen und das Gedankenkarussell wieder von vorne begonnen. Wir sprechen von einer Wasserentsalzungsanlage auf der Yacht, ein fragiles System, das technisch verstanden werden will, viele Vorteile in sich birgt, aber auch nicht selten für Probleme und Ärger sorgt.

Die Verwandlung von Meer- in Trinkwasser

Wir wollen mit unserem neuen Blogeintrag unseren Weg zum Wassermacher oder “Watermaker” erzählen. Dabei möchten wir berichten, für was wir uns entschieden haben, warum uns dieses System überzeugt hat, wollen die Komponenten und den Einbau dokumentieren und damit vielleicht Anderen, die in der Entscheidungsphase sind, Hilfestellung geben. Der Bericht könnte auch für weniger technisch Interessierte oder Landratten informativ sein, da wir zeigen, welche Hintergrundarbeit notwendig ist, um diesen einen Baustein einer funktionstüchtigen Yacht zu realisieren – vorausgesetzt natürlich, man will das Projekt nicht irgendeiner Firma überlassen…

Also ganz von vorne:

Vorteile eines Wassermachers an Bord gibt es dergleichen Viele! Man ist in der Lage, aus Salzwasser einwandfreies Trinkwasser zu produzieren. Dies wiederum gibt einem die Freiheit, lange an abgelegenen Ankerplätzen bleiben zu können, auf Ozeanpassagen nicht auf das überlebensnotwendige Nass verzichten zu müssen, immer genügend Trink- Wasch- und Duschwasser zur Verfügung zu haben, keine teuren Marinas wegen des Wassers aufsuchen zu müssen und letztendlich auch mit dem Verzicht auf Kauf und Transport unendlich vieler Plastikflaschen etwas für die Umwelt zu tun.

Nun gibt es die verschiedensten Modelle an Watermakern, so zum Beispiel portable Geräte die nicht fest im Schiff verbaut sind, dann kompakte Anlagen – für die allerdings dann der notwendige Platz da sein muss – als auch modulare Systeme, für so eines wir uns entschieden haben. Die einzelnen Komponenten der Anlage können an verschiedenen Stellen im Schiff platziert werden, was den Einbau gerade auf kleineren Yachten unter Berücksichtigung des begrenzten Platzangebots vereinfacht. Entscheidend in vielerlei Hinsicht ist natürlich auch die Kapazität an Produktwasser, für die der Wassermacher ausgelegt ist. Diese Größe entscheidet nicht unerheblich über den Preis als auch den Umfang der Anlage. Wir haben uns für eine durchschnittliche Produktwassermenge von ca. 70 Liter/Stunde entschieden, was für zwei Personen an Bord ausreichen sollte. Allen Wassermachern zugleich ist die Notwendigkeit von Energie. So gibt es viele Systeme, die mit dem Stromnetz an Bord, also mit 12 bzw. 24 Volt betrieben werden. In diesem Fall ist natürlich wichtig, sich um den Nachschub an Energie zu kümmern, so z.B. in Form von Solarpaneelen und genügend Speicherkapazitäten der Batterien – womit wir wiederum zwei Spezialgebiete aufgetan haben, nämlich Energiebedarf und Speicherung!

Wir haben uns aus mehreren Gründen für den Betrieb des Wassermachers mit 220V entschieden. Zum einen sollen Wassermacher wohl unter Betrieb mit 220V besser produzieren, zum anderen haben wir einen portablen Benzingenerator von Honda an Bord (Honda EU 22i), den wir für die verschiedensten Einsatzzwecke als Backup haben. Verbunden mit der Landstromeinspeisung der Yacht lädt er nicht nur bei Bedarf die Bordbatterien auf, sondern über ihn kann auch unser Watermaker betrieben werden. Nachteil dieser Lösung ist der Lärm, den der Generator macht, so dass wir im Gegensatz zu einer 12 oder 24V Anlage nicht bei Nacht produzieren können ohne andere Ankerlieger zu verärgern. Aber wie immer ist alles am Schiff ein Kompromiss…

Wie funktioniert ein Wasermacher

Herzstück einer Entsalzungsanlage ist die sogenannte Hochdruckpumpe und die Membran. Diese beiden Komponenten sind notwendig, um die Umkehrosmose in Gang zu setzen. Vereinfacht ausgedrückt wird unter Druck der Hochdruckpumpe Meerwasser in die Membran gedrückt. Die Membran ist in einem Metallrohr verbaut und dazu da, praktisch zu 99% nur Wassermoleküle durchzulassen und alle anderen Bestandteile wie Verschmutzungen und Salze durch eine Siebwirkung abzusondern. Dazu wird das Meerwasser zunächst durch verschiedenste Vorfilter unterschiedlicher Dichte geleitet, um grobe Verschmutzungen herauszufiltern. Danach kommt die Hochdruckpumpe in Einsatz, die das vorgereinigte Meerwasser in das Membranrohr drückt. Das gereinigte Seewasser kann dann getrunken oder in den Wassertank geleitet werden, während alles Andere, also das salzangereicherte “Abfallprodukt” wieder zurück in die See geleitet wird. Tunlichst sollte darauf verzichtet werden, den Wassermacher in öligen oder verschmutzten Häfen einzusetzen, da dies die Membran zerstört. Weiterhin ist wichtig oder am Besten, die Anlage nach jedem Einsatz mit Frischwasser zu spülen, um bakteriellen Verunreinigungen durch noch vorhandenes Salzwasser vorzubeugen. Nach ein paar Tagen, spätestens nach einer Woche, sollte die Anlage wieder in Einsatz kommen. Für längere Standzeiten in denen man den Wassermacher nicht braucht, ist das System mit biozidhaltigen Produkten zu konservieren. Summa Summarum ist es also so, dass ein Watermaker regelmäßig eingesetzt werden will, ansonsten ist ein genaues Auge auf seinen Erhalt zu werfen.

Kosten

Dies ist der Punkt, an dem sich die Geister scheiden. Am günstigsten sind immer noch Bausätze mit Einzelkomponenten, die zumeist mit einem Kärcher Hochdruckreiniger als Hochdruckpumpe funktionieren. Voraussetzung ist dabei, dass man sich den Einbau selbst zutraut. Die Kosten hierfür betragen ab € 2.500.- für 60 Liter/Stunde. Namhafte Hersteller verlangen für ihre Watermaker für 30 Liter/Stunde Produktwasser ab € 3500.- und man kann sich denken, dass eine kompakte Anlage für 120 Liter/Stunde schnell € 10.000.- oder mehr kosten kann. Sollte man das System dann noch von einer Fachfirma einbauen lassen, geht die Summe nochmals in die Höhe. Durch viel Recherche sind wir durch Zufall auf einen Newcomer in diesem Bereich gestoßen, der zudem hier aus dem Süden Deutschlands kommt. Ein Besuch vor Ort, die kompetente Beratung und der konkurrenzlose Preis im Relation zur Qualität hat uns überzeugt. Wir haben unseren Wassermacher bei Ocean Spring Watermakers unter http://ocean-spring.de gekauft und können den Inhaber vorbehaltlos empfehlen. Die modularen Komponenten entsprechen Industriestandard und einer hoffentlich langen Lebensdauer.

Fazit

Wer mit dem Gedanken spielt an Bord einen Wassermacher zu installieren ist gut beraten, den Markt gründlich zu durchforsten. Ebenso ist empfehlenswert sich mit der Thematik eingehend zu beschäftigen, damit man sich traut, die Anlage selbst einzubauen und dadurch Kosten sparen kann. Alternativ zu einigen etablierten Herstellern können wir Ocean Spring Watermakers empfehlen, wo man neben einer guten Beratung und Qualität auch den Vorteil hat, im Falle eines Problems einen deutschsprachigen Ansprechpartner im Hintergrund zu haben, der weiterhelfen kann. Dies ist unserer Meinung nach ein nicht zu verachtender Vorteil.

Die Menschen sind wie das Meer, manchmal glatt und freundlich, manchmal stürmisch und tückisch  – aber eben in der Hauptsache nur Wasser (Albert Einstein)